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EU-Methanverordnung: Algerien fordert Aufschub

TSA
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Die Europäische Union hat mit der Verordnung (EU) 2024/1787 strenge Auflagen für Methanemissionen erlassen, die insbesondere Erdgasproduzenten wie Algerien betreffen. Ab dem 1. Januar 2027 müssen europäische Importeure nachweisen, dass ihre Lieferanten die EU-Standards zur Methanreduzierung einhalten. Dies könnte zu erheblichen Störungen der Energieversorgung führen, da viele Förderländer die geforderten Mess- und Überwachungssysteme noch nicht installiert haben.

Algerien, Katar, Nigeria und die USA haben in einem gemeinsamen Brief an die EU einen Aufschub der Fristen und gezielte Änderungen der Verordnung gefordert. Ihr Hauptargument ist, dass die ab 2027 geltenden Anforderungen die europäischen Gasimporte gefährden könnten, da die notwendigen Systeme zur Messung, Überprüfung und Rückverfolgbarkeit in den meisten Produzentenländern noch nicht betriebsbereit sind. Die EU ist nach dem Ausfall russischer Lieferungen stark auf Importe aus diesen Ländern angewiesen.

Das Paradoxon besteht darin, dass die EU Umweltauflagen für Lieferanten erlässt, die sie dringend benötigt. Seit dem Ende der russischen Gaslieferungen infolge des Ukraine-Krieges musste die EU ihre Bezugsquellen diversifizieren, insbesondere hin zu den USA, Nigeria, Algerien und Katar. Diese Abhängigkeit schränkt theoretisch ihre Fähigkeit ein, zusätzliche Belastungen für ihre Lieferanten zu schaffen. Die EU steht vor der Herausforderung, Umweltschutz und Energiesicherheit in Einklang zu bringen.

Einige EU-Mitgliedstaaten fordern ebenfalls einen Aufschub von mindestens drei Jahren für bestimmte Bestimmungen der Verordnung, mit Verweis auf geopolitische Unsicherheiten, den Nahost-Konflikt und Risiken für die europäische Energiesicherheit. Für Algerien ist der europäische Markt der mit Abstand wichtigste Absatzmarkt für sein Erdgas. Das Land möchte verhindern, dass technische Anforderungen zu einer Markteintrittsbarriere werden.

Der algerische Staatskonzern Sonatrach hat ein ehrgeiziges Investitionsprogramm von 40 Milliarden Dollar bis 2030 aufgelegt, um unter anderem die Abfackelungsrate von Gas auf unter 1 % zu senken. Zudem wurde eine Absichtserklärung mit der deutschen VNG AG unterzeichnet, um bei Technologien zur Methanreduzierung und grünem Wasserstoff zusammenzuarbeiten. Algerien erwartet einen Aufschub von einigen Jahren, um Sonatrach Zeit für den Aufbau der erforderlichen Mess- und Reduktionssysteme zu geben. Die zusätzlichen Investitionen werden sich voraussichtlich auf den Gaspreis auswirken.

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