
Der am 14. Juni 2026 von Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif angekündigte US-Iran-Deal beendet den Krieg, lässt aber die Kernfrage des iranischen Atomprogramms unbeantwortet. Die Unterzeichnung ist für den 19. Juni in der Schweiz geplant. Präsident Donald Trump feierte die Einigung auf Truth Social als Triumph und erklärte, die Straße von Hormus sei wieder offen und das Öl fließe. Er verschwieg jedoch, dass das Atomprogramm und die angehäuften Uranvorräte – einer der Hauptgründe für den Krieg – für 60 Tage aufgeschoben wurden.
Dies wirft zwei zentrale Fragen auf: Wofür wurde der Krieg eigentlich geführt? Und was hat die USA erreicht? Als Experte für internationale Sicherheit und Nuklearfragen bin ich der Ansicht, dass die Antwort „nichts“ lautet – und die USA dabei ihre Glaubwürdigkeit als Verhandlungspartner verloren haben. Die „rationalistische Kriegstheorie“ von James Fearon identifiziert drei Probleme, die Staaten in den Krieg treiben: unvollständige Informationen, fehlende glaubwürdige Zusagen und die Unteilbarkeit von Streitfragen. Der Krieg klärte das Informationsproblem, nicht aber das nukleare Glaubwürdigkeitsproblem.
Die USA hatten bereits 2018 das Atomabkommen von 2015 aufgekündigt, das Irans Anreicherung auf 3,67 % und den Vorrat auf 300 kg begrenzte. Iran hielt sich daran, wurde aber dennoch 2025 und 2026 von den USA und Israel bombardiert, während Verhandlungen liefen. Dieses Verhalten untergräbt das Vertrauen Teherans in künftige Zusagen. Der 60-tägige Aufschub ist daher ein Fenster für Iran, um zu prüfen, ob die Waffenruhe auch an anderen Fronten wie dem Libanon hält.
Das dritte Problem der Unteilbarkeit zeigt sich in der Forderung der USA nach Null-Anreicherung, während Iran die Anreicherung als souveränes Recht betrachtet. Der aktuelle Deal setzt keine Obergrenze für die Anreicherung und spricht nicht über die Beseitigung des Atomprogramms. Er beendet lediglich die Kämpfe, öffnet die Straße von Hormus und verschiebt die schwierigen Fragen auf spätere Verhandlungen. Trump selbst erklärte, er habe es nicht eilig, den waffenfähigen Brennstoff zu entfernen.
Im Kern ist das Abkommen ein Waffenstillstand, kein Atomabkommen. Es kehrt zum Status quo vor dem Krieg zurück, jedoch zu hohen Kosten: Die USA haben ihre Glaubwürdigkeit eingebüßt, und die grundlegenden Streitpunkte bleiben ungelöst. Die kommenden 60 Tage werden zeigen, ob eine dauerhafte Lösung möglich ist oder ob der Konflikt erneut aufflammt.
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