
Die Vereinigten Staaten nutzen im Durchschnitt nur etwa die Hälfte ihrer Stromnetzkapazität. Dies liegt daran, dass das Netz für Spitzenlasten ausgelegt ist, die nur an wenigen Tagen im Jahr auftreten. Ian Magruder, Gründer der Utilize Coalition, erklärt, dass diese Unterauslastung eine große Chance bietet, durch neue Technologien mehr aus dem Netz herauszuholen.
In den letzten 20 Jahren ist die Kluft zwischen Durchschnitts- und Spitzenlast gewachsen. Netzbetreiber sind nach großen Blackouts vorsichtiger geworden und bauen mehr Kapazität ein, insbesondere aufgrund variabler erneuerbarer Energien wie Wind und Solar. Dies führt zu einer noch geringeren Auslastung, bietet aber auch Potenzial für Effizienzsteigerungen.
Technologien wie Batteriespeicher, gesteuertes Laden von Elektrofahrzeugen, intelligente Thermostate und verbesserte Übertragungstechniken können helfen, die Netzkapazität besser zu nutzen. Auch flexible Nachfrage, bei der Verbraucher ihren Stromverbrauch anpassen, spielt eine wichtige Rolle. Flexible Rechenzentren sind ein vielversprechender Ansatz.
Das Problem der Netzunterauslastung ist global, variiert aber stark. Europäische Netze haben ähnliche Herausforderungen, während Australien und Großbritannien bei der Messung und Steuerung der Auslastung mit neuen Technologien weiter fortgeschritten sind.
Die Hauptfolge des Überbaus von Netzen sind höhere Kosten. Ein Bericht der Utilize Coalition zeigt, dass eine Steigerung der Netznutzung um 10 Prozent den Amerikanern in den nächsten zehn Jahren über 100 Milliarden US-Dollar einsparen könnte.
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