
Der türkische Handelsminister Ömer Bolat traf sich in Ankara mit der EU-Erweiterungskommissarin Marta Kos. Bei dem Treffen wurden die Aktualisierung des Zollunionsabkommens, der digitale Handel und die Visumfreiheit erörtert. Bolat betonte, dass Fortschritte bei der Einführung des Cascade-Systems für Mehrfach- und Langzeitvisa erzielt wurden. Er wies jedoch darauf hin, dass die wachsenden Handels- und Tourismusbeziehungen zwischen der Türkei und der EU eine visumfreie Reise für türkische Bürger erforderlich machen. Die Erleichterung der Visumserteilung bleibe ein zentrales Anliegen.
Bolat kritisierte die protektionistischen Tendenzen der EU im Wettbewerb mit den USA und China. Er verwies auf das Industriebeschleunigungsgesetz, das die Türkei und die Zollunion im Konzept „Made in EU“ berücksichtigt. Allerdings gebe es noch Klärungsbedarf, und die Türkei fordere Nachbesserungen. Die türkische Regierung arbeite intensiv daran, negative Auswirkungen auf die Zollunion zu verhindern.
Die Zollunion zwischen der Türkei und der EU besteht seit 30 Jahren. Trotz des Stillstands der Beitrittsverhandlungen betonte Bolat die Bedeutung der Integration der Industrien. Er warnte davor, dass das Prinzip des freien Warenverkehrs nicht beeinträchtigt werden dürfe. Die Türkei führe intensive diplomatische Gespräche, um schädliche Regelungen zu vermeiden.
Bolat hob die massiven Investitionen der letzten 23 Jahre in die Verkehrs- und Infrastruktur hervor. Die Türkei verfüge über eine der modernsten Infrastrukturen der Welt. Die strategische Lage der Türkei als Korridor zwischen Europa, Asien und Afrika sei angesichts der Konflikte am Golf von großer Bedeutung.
Die Gespräche verliefen in einer positiven und konstruktiven Atmosphäre. Die EU würdige die Fortschritte der Türkei in den letzten 23 Jahren, insbesondere im Verteidigungsbereich. Die Türkei werde als wichtiger Partner im europäischen Verteidigungsbündnis angesehen. Beide Seiten zeigten sich zuversichtlich, die Zusammenarbeit weiter zu vertiefen.
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