Einwanderer in Portugal werden nicht für die Nationalmannschaft jubeln

Der Artikel argumentiert, dass Einwanderer in Portugal nicht für die portugiesische Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft jubeln werden, selbst wenn ihr Heimatland nicht im Turnier ist. Dies betrifft etwa 20 % der portugiesischen Bevölkerung und ein Drittel der Einwohner Lissabons, darunter viele Brasilianer, Asiaten und andere Expatriates. Der Autor erklärt, dass dies kein Akt der Undankbarkeit gegenüber dem Gastland ist, sondern Ausdruck von Kohärenz und der Erfahrung der Migration.
Migration wird als eine gewaltsame und existenzielle Entleerungserfahrung beschrieben, bei der Migranten ständig als „der Andere“ kategorisiert werden. Sie werden nicht nur als Individuen gesehen, sondern immer mit ihrer Herkunft etikettiert, z. B. als „brasilianischer Journalist“ oder „indischer Fahrer“. Diese ständige Erinnerung daran, dass man nicht dazugehört, führt dazu, dass Migranten sich nicht mit der Nationalmannschaft des Gastlandes identifizieren können.
Der Autor veranschaulicht dies mit persönlichen Anekdoten, insbesondere über seinen elfjährigen Sohn, der fast sein ganzes Leben in Portugal verbracht hat, aber dennoch nicht für Portugal jubeln will. Trotz Versuchen, ihn für portugiesischen Fußball zu begeistern, bleibt er Brasilien treu. Der Sohn wurde in der Schule und bei Behörden ständig daran erinnert, dass er nicht portugiesisch ist, was seine Bindung zum Land schwächt.
Der Text vergleicht die Situation mit anderen Ländern: Türken in Deutschland jubeln nicht für die deutsche Mannschaft, und die maghrebinische Gemeinschaft in Paris hofft auf ein frühes Ausscheiden Frankreichs. Ebenso jubeln Portugiesen im Ausland nicht für ihre Gastländer. Dies zeigt, dass das Phänomen universell ist und tief in der Migrationserfahrung verwurzelt ist.
Abschließend betont der Autor, dass die Weigerung, für Portugal zu jubeln, kein Ausdruck von Undankbarkeit ist, sondern eine Frage der Identität und Kohärenz. Migranten fühlen sich nicht als Teil der nationalen Erzählung des Gastlandes, da sie täglich mit ihrer Andersartigkeit konfrontiert werden. Daher sollten Portugiesen nicht erwarten, dass Einwanderer während der Weltmeisterschaft plötzlich zu Patrioten werden.
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