
Die Fußballweltmeisterschaft 2022 in Katar hat mit dem Achtelfinalspiel zwischen den Niederlanden und Marokko einen weiteren dramatischen Höhepunkt erlebt. Nach einem 1:1-Unentschieden in der regulären Spielzeit und Verlängerung setzte sich Marokko im Elfmeterschießen mit 3:2 durch. Damit ist der letzte europäische Favorit in diesem Turnier ausgeschieden, während Marokko als erster afrikanischer Viertelfinalist seit 2010 feststeht.
Das Spiel war geprägt von intensiven Zweikämpfen und taktischer Disziplin beider Mannschaften. Die Niederlande gingen durch Cody Gakpo in Führung, der nur zwei Tage nach dem Tod seines Vaters ein emotionales Tor erzielte. Marokko glich noch in der ersten Halbzeit durch einen Treffer von Hakim Ziyech aus, der nach einer Ecke per Kopf ins Netz fand. Beide Teams hatten in der zweiten Hälfte Chancen, aber die Abwehrreihen standen sicher.
In der Verlängerung waren die Niederländer spielbestimmend, aber Marokkos Torwart Yassine Bounou zeigte mehrere Glanzparaden. Besonders eine spektakuläre Rettung gegen Memphis Depay in der 105. Minute hielt sein Team im Spiel. Die Marokkaner setzten auf Konter und kamen selbst zu gefährlichen Abschlüssen, scheiterten aber an Bart Verbruggen im niederländischen Tor.
Das Elfmeterschießen wurde zur Bühne für Bounou, der zwei Elfmeter parierte. Auf niederländischer Seite verschossen Virgil van Dijk und Steven Berghuis, während Marokko alle drei Versuche verwandelte. Der entscheidende Elfmeter von Achraf Hakimi besiegelte den Sieg und löste Jubelstürme in der marokkanischen Mannschaft aus.
Historisch gesehen ist dies ein weiterer Beweis für das Elfmeter-Trauma der Niederlande, die bereits bei Weltmeisterschaften 1998 und 2014 im Elfmeterschießen scheiterten. Für Marokko ist es der größte Erfolg seit dem Achtelfinaleinzug 1986. Das Team trifft nun im Viertelfinale auf Kanada und hat die Chance, als erste afrikanische Mannschaft ins Halbfinale einzuziehen.
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