IRDAI plant strenge Offenlegung für Versicherungsvermittler mit hohen Provisionen

Die indische Versicherungsaufsichtsbehörde IRDAI hat ein Konsultationspapier veröffentlicht, das strengere Offenlegungspflichten für Versicherungsvermittler vorsieht, die in einem Geschäftsjahr Provisionen von mehr als 10 Crore Rupien (etwa 1,1 Millionen Euro) verdienen. Diese Unternehmen müssen künftig jährlich Details zu ihren Provisionseinnahmen, Transaktionen mit verbundenen Parteien, Gewinnen und ausgeschütteten Dividenden offenlegen. Die Informationen sind sowohl der IRDAI vorzulegen als auch auf der eigenen Website zu veröffentlichen. Die Vorschläge sind Teil des Entwurfs der IRDAI (Insurance Intermediaries) (Amendment) Regulations 2026, der darauf abzielt, Transparenz und Rechenschaftspflicht zu stärken und gleichzeitig die Compliance-Anforderungen zu vereinfachen.
Dies ist das erste Mal, dass die Regulierungsbehörde derart detaillierte öffentliche Offenlegungen von Versicherungsvermittlern verlangt. Allerdings definiert der Entwurf nicht, wie die Provisionen gemeldet werden sollen. Dies könnte zu Interpretationsspielraum führen und die Vergleichbarkeit der Daten erschweren. Die Provisionskosten machen einen erheblichen Teil der Gesamtausgaben von Versicherungsmaklern aus. Laut dem aktuellen Jahresbericht der IRDAI zahlten Lebensversicherer im Geschäftsjahr 2024-25 Provisionen in Höhe von 60.800 Crore Rupien, ein Anstieg von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, während die Prämieneinnahmen im gleichen Zeitraum um weniger als 7 Prozent wuchsen. Die Schadenversicherungsbranche zahlte im selben Zeitraum 47.266 Crore Rupien an Provisionen, und die IRDAI rügte 23 Versicherer wegen Überschreitung der Ausgabengrenzen.
Das Konsultationspapier erscheint vor dem Hintergrund von Berichten, wonach die IRDAI ein Reformpapier zur Versicherungsvertriebsstruktur veröffentlichen wird, das eine Obergrenze für an Agenten und Vermittler zahlbare Provisionen vorsieht. Nach den IRDAI Expenses of Management Regulations 2023 können Versicherer Ausgaben in Höhe von 30 bis 35 Prozent der Bruttoprämieneinnahmen tätigen. Diese Obergrenze ermöglichte jedoch weiterhin relativ hohe Provisionszahlungen. Ein Beispiel ist das Versicherungsvertriebsunternehmen Turtlemint, das heute sein Börsendebüt feierte. Im Geschäftsjahr 2023 erzielte das Unternehmen 369,7 Crore Rupien aus „Marketinggebühren“, was 88 Prozent seiner Gesamteinnahmen von 419,9 Crore Rupien entsprach. Nachdem die IRDAI die Provisionsregeln im Geschäftsjahr 2023 überarbeitet hatte, fielen die Gesamteinnahmen im Geschäftsjahr 2024 auf 78,6 Crore Rupien.
Bereits Anfang dieses Monats warnte der CEO von PB Fintech Group, Yashish Dahiya, in einem Interview mit The Economic Times, dass Provisionsobergrenzen eine existenzielle Bedrohung für Versicherungsvertriebe darstellen und das Geschäft des Unternehmens beeinträchtigen würden. Die vorgeschlagenen Änderungen umfassen auch eine Umstellung von der derzeitigen dreijährigen Gültigkeitsdauer der Registrierungsbescheinigung auf ein unbefristetes Registrierungssystem, sofern die Jahresgebühren gezahlt werden und die Bescheinigung nicht entzogen wird. Bestehende Unternehmensagenten müssen eine neue Registrierung beantragen und eine Gebühr von 10.000 Rupien sowie eine jährliche Gebühr entrichten.
Weitere Vorschläge betreffen die Reduzierung des Compliance-Aufwands: So entfällt künftig die Pflicht, dass jeder von einem Unternehmensagenten beschäftigte Specified Person eine IRDAI-Bescheinigung vorweisen muss. Zudem wird die Übermittlung von Zertifizierungsnummern an die IRDAI nicht mehr erforderlich sein. Zur Erhöhung der Rechenschaftspflicht soll jede Police künftig der für den Verkauf verantwortlichen Person zugeordnet werden. Versicherungsvertriebe müssen Aadhaar- oder PAN-Daten sowie persönliche Angaben der Verkäufer zum Verbraucherschutz erfassen. Die IRDAI kann zudem Bedingungen oder Beschränkungen für das Geschäft von Versicherungsvermittlern erlassen, um die Interessen der Versicherungsnehmer zu schützen und ein geordnetes Wachstum zu gewährleisten. Schließlich schreiben die Änderungen die Verwendung der Wörter „Insurance“ oder „Assurance“ im Firmennamen vor.
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