
Kasachstan hat im KidsRights Index 2026 den 24. Platz belegt und ist damit das einzige Land aus Osteuropa und Zentralasien, das in die globalen Top 25 aufgenommen wurde. Der Index wurde am 24. Juni von der in Amsterdam ansässigen Organisation KidsRights in Zusammenarbeit mit der Erasmus-Universität Rotterdam veröffentlicht. Er bewertet die Kinderrechte in 194 Ländern weltweit. Kasachstan übertrifft damit seine zentralasiatischen Nachbarn und setzt ein starkes Zeichen für den Kinderschutz in der Region.
Der Index wird von Luxemburg angeführt, gefolgt von Island und Monaco. Deutschland, Norwegen, Dänemark, Griechenland, Belgien, Slowenien und Österreich komplettieren die Top 10. Kasachstan erreichte eine Gesamtpunktzahl von 0,797. Die höchsten Bewertungen erzielte das Land im Bereich Kinderschutz mit 0,944 und Gesundheit mit 0,900. Auch in den Kategorien Leben (0,847), Bildung (0,765) und förderliches Umfeld für Kinderrechte (0,583) schnitt es gut ab.
Der Bericht weist auf eine weltweite Verschlechterung des Kinderschutzes hin. Als Gründe werden unter anderem eskalierende bewaffnete Konflikte, ein starker Anstieg konfliktbedingter sexueller Gewalt gegen Kinder und die Ausbreitung von Fettleibigkeit bei Kindern genannt. Nur fünf Länder verbesserten sich in diesem Jahr, während 31 in schlechtere Leistungsgruppen abrutschten. Die Zahl der Länder in der höchsten Leistungskategorie sank um 30 % im Vergleich zu 2025.
Marc Dullaert, Gründer und Vorsitzender von KidsRights, betonte: „Kinder sind zunehmend Risiken ausgesetzt, die sie nicht verursacht haben und nicht kontrollieren können. Ob Kinder im Schatten von Kriegen aufwachsen oder in Umgebungen, die ihre Gesundheit untergraben, das Ergebnis ist dasselbe: Ihre Rechte, ihr Wohlbefinden und ihre Zukunftschancen werden gefährdet. Die Welt versagt dabei, Kindern den Schutz zu bieten, der ihnen zusteht.“
Der Bericht warnt auch vor den wachsenden Auswirkungen bewaffneter Konflikte auf Kinder. Konfliktbedingte sexuelle Gewalt gegen Kinder stieg seit 2024 um 35 %. Mehr als jedes fünfte Kind weltweit ist direkt von bewaffneten Konflikten betroffen, und explosive Waffen verursachen 69 % der zivilen Opfer unter Kindern in Kriegsgebieten. Zudem wird Fettleibigkeit bei Kindern als globale Epidemie beschrieben, die erstmals in der Geschichte mehr Kinder und Jugendliche im Alter von 5 bis 19 Jahren betrifft als Untergewicht.
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