Kasachstan und Deutschland vertiefen Zusammenarbeit bei Energie und Rohstoffen

Kasachstan und Deutschland streben eine engere Zusammenarbeit in strategischen Sektoren an. Premierminister Olzhas Bektenov und die deutsche Wirtschafts- und Energieministerin Katherina Reiche trafen sich am 29. Juni in Astana, um über Investitionen, Industrie, Energie, Transportlogistik und kritische Mineralien zu sprechen. Bektenov betonte, dass Deutschland einer der wichtigsten Handels- und Investitionspartner Kasachstans in der EU sei und Präsident Tokajew großen Wert auf die Kooperation lege.
Der bilaterale Handel erreichte 2025 4,4 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg von 9,5 % gegenüber dem Vorjahr. In den ersten vier Monaten des Jahres 2026 stieg der Handel um weitere 5,9 % auf 1,4 Milliarden US-Dollar. Seit 2005 hat Kasachstan rund 7,8 Milliarden US-Dollar an deutschen Investitionen angezogen, wobei allein im letzten Jahr ein Anstieg von 28,5 % auf 700 Millionen US-Dollar zu verzeichnen war. Bektenov betonte die Notwendigkeit, die traditionelle Handels- und Investitionskooperation in eine fortschrittlichere industrielle und technologische Partnerschaft umzuwandeln.
Die Beamten verwiesen auf die Erfahrungen von CLAAS und Horsch im kasachischen Agrarsektor als Beleg dafür, dass eine schrittweise Produktionslokalisierung funktionieren kann. Dieses Modell könnte auf andere Branchen ausgeweitet werden. Reiche, die erste deutsche Wirtschaftsministerin, die seit 19 Jahren Kasachstan besucht, lobte die Entwicklung der bilateralen Beziehungen und betonte, dass es noch viel Raum für Erweiterungen gebe. Sie erklärte, dass Versorgungssicherheit Diversifizierung und konkrete Projekte erfordere, nicht nur Absichtserklärungen.
Im Jahr 2025 war Kasachstan der viertgrößte Öllieferant Deutschlands mit 10,4 Millionen Tonnen. Reiche betonte, dass eine zukunftsfähige Industrie in Deutschland Rohstoffe benötige, die in Kasachstan abgebaut werden, während Kasachstan deutsches Kapital und Technologie brauche, um mehr Wertschöpfung im Inland zu schaffen. Es gehe nicht um einseitige Lieferverträge, sondern um eine langfristige Partnerschaft mit klaren Vorteilen für beide Seiten.
Bei einem Treffen mit Energieminister Yerlan Akkenzhenov diskutierte Reiche die Ausweitung der technologischen Partnerschaft und Investitionen in die Infrastruktur. Beide Seiten prüften Möglichkeiten für weitere Öllieferungen nach Deutschland, um die Produktionsnachfrage wichtiger Unternehmen zu decken. Die Exportlogistik wird den aktuellen makroökonomischen Bedingungen angepasst, und Kasachstan leitet flexibel Ströme zur Caspian Pipeline um, um kommerzielle Vereinbarungen zu erfüllen.
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