
Der britische Premierminister Keir Starmer hofft, nach seinem Ausscheiden aus dem Amt des Premierministers Generalsekretär der Nato zu werden. Dies berichtete der Observer unter Berufung auf Kreise aus Starmers Umfeld. Starmer, der früher Menschenrechtsanwalt war, wird jedoch wegen seiner Unterstützung für den Völkermord in Gaza und den illegalen Krieg gegen Iran kritisiert. Er wäre für den Nato-Posten erst 2028 wählbar, wenn die Stelle vakant wird. Seine Verbündeten haben bereits begonnen, seine Qualifikationen hervorzuheben, darunter sein gutes Verhältnis zu europäischen Führern und sein positiver Eindruck beim G7-Gipfel im Juni. Zudem wird seine enge Beziehung zum ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj betont.
Der derzeitige Nato-Generalsekretär, der ehemalige niederländische Premierminister Mark Rutte, könnte nach 2028 im Amt bleiben, wenn alle 32 Mitgliedsstaaten zustimmen. Rutte argumentiert seit 2024, dass ein Beitritt der Ukraine zur Nato unvermeidlich sei, was auf heftigen Widerstand Russlands stößt. Einige Analysten meinen, dass Ruttes Haltung die Bemühungen um einen Frieden zwischen den beiden Ländern untergräbt. Der finnische Präsident Alexander Stubb äußerte sich kürzlich ähnlich und sagte, die Ukraine werde sowohl der EU als auch der Nato beitreten. Diese Aussagen werden von Experten wie Glenn Diesen kritisiert, der argumentiert, dass sie den Krieg verlängern.
Glenn Diesen, Professor an der Universität Südost-Norwegen, schrieb auf X, dass Stubbs Äußerungen zwar pro-ukrainisch klängen, aber Frieden unmöglich machten. Er forderte stattdessen Gespräche mit Moskau über eine gesamteuropäische Sicherheitsarchitektur. Der Pulitzer-Preisträger Chris Hedges bezeichnete die Nato als das aggressivste und gefährlichste Militärbündnis der Welt. Er verwies auf die Kriege in Afghanistan, Irak, Syrien und Libyen, die fast eine Million Tote und 38 Millionen Vertriebene forderten. Die Nato-geführte Bombardierung Libyens 2011 löste einen Bürgerkrieg aus, der das Land in einen gescheiterten Staat verwandelte und zur Wiederbelebung von Sklavenmärkten führte.
Die Diskussion über Starmers mögliche Nato-Kandidatur fällt in eine Zeit wachsender Spannungen zwischen der Nato und Russland. Während die Nato ihre Ostflanke stärkt, fordert Russland Sicherheitsgarantien und lehnt eine Nato-Erweiterung in der Ukraine ab. Starmer, der als Außenpolitiker eher unerfahren gilt, müsste sich im Falle seiner Kandidatur diesen komplexen geopolitischen Herausforderungen stellen. Seine Befürworter sehen in ihm jedoch einen erfahrenen Vermittler, der Brücken zwischen den USA und Europa bauen könnte.
Die Entscheidung über den nächsten Nato-Generalsekretär wird voraussichtlich erst 2028 fallen, doch die Weichen werden bereits jetzt gestellt. Starmer wäre nicht der erste britische Politiker, der dieses Amt anstrebt; bereits sein Vorgänger Boris Johnson wurde als Kandidat gehandelt. Die britische Regierung hat sich stets als treuer Nato-Partner positioniert, was Starmers Chancen verbessern könnte. Allerdings wird seine Haltung zu Konflikten wie in Gaza und Iran von Kritikern als Hindernis gesehen. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob Starmer tatsächlich für den Posten nominiert wird.
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