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Wirtschaft

Kirgisistan und Afghanistan gründen gemeinsamen Wirtschaftsrat

The Times of Central Asia
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Kirgisistan und Afghanistan haben einen gemeinsamen Wirtschaftsrat ins Leben gerufen, um den bilateralen Handel zu stärken und neue Investitionsprojekte zu fördern. Diese Initiative wurde während eines afghanisch-kirgisischen Wirtschaftsforums in Bischkek unterzeichnet, das als wichtiger Schritt zur Vertiefung der wirtschaftlichen Beziehungen gilt. Die Entscheidung fällt in einen Zeitraum, in dem Kirgisistan die Taliban von seiner Liste verbotener Organisationen gestrichen hat, was den diplomatischen und wirtschaftlichen Austausch erleichtert. Offizielle Vertreter beider Länder diskutierten auf dem Forum konkrete Möglichkeiten in den Bereichen Handel, Landwirtschaft, Lebensmittelverarbeitung, Bauwesen und Logistik. Der neue Rat soll als ständige Plattform für den direkten Dialog zwischen Unternehmern dienen und gemeinsame Initiativen koordinieren.

Temir Sariev, der Leiter der Handels- und Industriekammer Kirgisistans, betonte bei der Eröffnung des Forums, dass dieser Schritt eine neue Ära in den bilateralen Wirtschaftsbeziehungen einleite. Er erklärte, dass man nicht nur eine neue Struktur schaffe, sondern eine solide Grundlage für eine systematische Geschäftstätigkeit lege. Diese Maßnahme soll dazu beitragen, die Handelsvolumina zu erhöhen und Investitionen anzuziehen. Darüber hinaus sollen neue Chancen für Unternehmer aus Kirgisistan und Afghanistan eröffnet werden, um ihre jeweiligen Märkte besser zu erschließen. Die Aussage unterstreicht das strategische Ziel, die wirtschaftliche Zusammenarbeit auf eine breitere und stabilere Basis zu stellen.

Laut Angaben von Sariev erreichten die kirgisischen Exporte nach Afghanistan im Jahr 2024 einen Rekordwert von 50,4 Millionen US-Dollar. Dieser Anstieg spiegelt das wachsende Interesse der kirgisischen Wirtschaft am afghanischen Markt wider und zeigt die positiven Auswirkungen der jüngsten politischen Veränderungen. Die afghanische Delegation wurde von Sayed Karim Hashemi angeführt, der erklärte, dass afghanische Unternehmen besonders an einer Ausweitung der Zusammenarbeit in den Bereichen Landwirtschaft, Handel und Infrastrukturprojekte interessiert sind. Diese Prioritäten zeigen, dass beide Seiten komplementäre wirtschaftliche Stärken besitzen, die durch eine engere Kooperation genutzt werden können. Die Diskussionen konzentrierten sich darauf, wie diese Sektoren effektiv gefördert und ausgebaut werden können.

Der Handel zwischen den beiden Ländern hat sich beschleunigt, seit Kirgisistan im September 2024 die Taliban von seiner Liste verbotener Organisationen entfernt hat. Das kirgisische Außenministerium begründete diesen Schritt damit, dass er zur Unterstützung der regionalen Stabilität und zur Stärkung des konstruktiven Dialogs beitragen soll. Im Dezember 2025 eröffnete Kirgisistan zudem ein Handelshaus in Kabul, das als Plattform zur Förderung kirgisischer Exporte und zur Erleichterung direkter Geschäftskontakte dient. Diese institutionellen Maßnahmen zeigen den ernsthaften Willen Kirgisistans, die wirtschaftlichen Bindungen zu Afghanistan weiter zu vertiefen. Sie dienen auch dazu, bürokratische Hürden abzubauen und den direkten Austausch zwischen den Unternehmen beider Länder zu erleichtern.

Nach Angaben des afghanischen Ministeriums für Industrie und Handel umfassen die wichtigsten Exporte Afghanistans nach Kirgisistan Aluminium- und Kupferprodukte, Druckkochtöpfe, Teppiche sowie Obst und Gemüse. Im Gegenzug exportiert Kirgisistan beträchtliche Mengen an Erdölprodukten nach Afghanistan. Um den Zugang zum afghanischen Markt zu unterstützen, hat Kirgisistan seine regionale Handelsinfrastruktur ausgebaut, indem es im November 2024 einen Pavillon im internationalen Handelszentrum Termez in Usbekismus sicherte. Dieses Zentrum ist nahe der afghanischen Grenze gelegen und hat sich als wichtiger Transitknotenpunkt für Handelsströme zwischen Zentralasien und Afghanistan etabliert. Der neue Wirtschaftsrat ist Teil einer breiteren Strategie Kirgisistans, die regionalen Handelsrouten zu diversifizieren und die wirtschaftlichen Beziehungen zu den südlichen Nachbarn angesichts sich wandelnder geopolitischer und logistischer Muster in Zentralasien zu stärken.

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