
Das Außenministerium der Türkischen Republik Nordzypern hat die Entscheidung Israels, die Massenvertreibung und den Tod von 1,5 Millionen ethnischen Armeniern im Osmanischen Reich im Jahr 1915 als Völkermord anzuerkennen, scharf verurteilt. In einer Erklärung vom Montag bezeichnete das Ministerium die Entscheidung als einen „vergeblichen Versuch, die Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu vertuschen, die gegen das palästinensische Volk begangen wurden, sowie den Staatsterrorismus, den Israel im Nahen Osten verübt“. Die Regierung in Nikosia, die von der internationalen Gemeinschaft nicht anerkannt wird, warf Israel vor, historische Ereignisse für eigene Zwecke auszunutzen.
Die Erklärung verwies auf den laufenden Fall vor dem Internationalen Strafgerichtshof, in dem Israel wegen Völkermords an Palästinensern angeklagt ist. Das nordzyprische Ministerium betonte, dass Premierminister Benjamin Netanyahu und seine „Kollaborateure“ die von ihnen begangenen Verbrechen gegen die Menschlichkeit nicht vor der Welt verbergen könnten. Es wurde darauf hingewiesen, dass internationale Haftbefehle gegen Netanyahu und andere israelische Minister erlassen wurden. Die Entscheidung Israels sei ein weiterer Versuch, die Region zu destabilisieren.
Das Ministerium kritisierte auch die zunehmende militärische und strategische Zusammenarbeit Israels mit der griechisch-zypriotischen Verwaltung, die sich gegen die Türkei richte. Diese Zusammenarbeit erstrecke sich auf das östliche Mittelmeer und ziele auf das Mutterland Türkei ab. Die Entscheidung Israels sei Teil einer politischen Kampagne, die die Türkei diffamieren solle. Die Türkei habe stets eine prinzipielle Haltung auf der Grundlage des Völkerrechts gegen die expansionistische Politik Netanyahus eingenommen.
Die türkisch-zypriotische Bevölkerung, die selbst „alle Arten von unmenschlicher Behandlung, einschließlich Völkermord“ erlitten habe, bekräftige ihre Unterstützung für die palästinensischen Brüder und Schwestern in ihrem gerechten Kampf. Sie rief Israel auf, die Gewalt im Nahen Osten sofort zu beenden. Die Entscheidung des israelischen Parlaments, die Ereignisse von 1915 als Völkermord anzuerkennen, wurde am Montag einstimmig verabschiedet.
Israels Außenminister Gideon Sa'ar, der den Gesetzentwurf eingebracht hatte, erklärte, dass es nie zu spät sei, das Richtige zu tun. Israel schließe sich damit 32 anderen Ländern an, die eine moralische Pflicht erfüllt hätten, indem sie die historische Wahrheit anerkennen und Versuche, sie zu leugnen, zurückweisen. Die zypriotische Regierung sowie Armenien, Frankreich, Deutschland, Griechenland und die USA erkennen die Ereignisse von 1915 als Völkermord an. Die Türkei, Nordzypern, Aserbaidschan und Pakistan betrachten die Toten hingegen als Kriegsopfer des Ersten Weltkriegs.
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