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Macron fordert 400 Milliarden Euro neue EU-Steuern

Atlantico
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Der französische Präsident Emmanuel Macron hat vorgeschlagen, neue europäische Steuern in Höhe von 400 Milliarden Euro einzuführen, um das künftige EU-Budget zu finanzieren. Dieser Vorstoß erfolgt nach dem Scheitern früherer Projekte zur EU-Besteuerung. Macron testet damit das Terrain für zusätzliche Abgaben, die zur Finanzierung des Mega-Budgets von 2.000 Milliarden Euro beitragen sollen. Die Idee stößt auf gemischte Reaktionen in den Mitgliedstaaten, da einige Länder eine stärkere fiskalische Integration befürworten, während andere nationale Souveränität betonen. Die Diskussion über neue Eigenmittel der EU ist Teil der laufenden Verhandlungen über den mehrjährigen Finanzrahmen.

Die vorgeschlagenen Steuern könnten verschiedene Bereiche umfassen, wie etwa eine Digitalsteuer, eine Finanztransaktionssteuer oder eine CO2-Grenzausgleichsabgabe. Macron argumentiert, dass die EU neue Einnahmequellen benötigt, um ihre ehrgeizigen Ziele in den Bereichen Klimaschutz, Digitalisierung und Verteidigung zu erreichen. Ohne zusätzliche Mittel sei der geplante Haushalt nicht realisierbar. Frankreich hat sich in der Vergangenheit bereits für eine stärkere fiskalische Integration eingesetzt, stieß aber auf Widerstand aus Ländern wie Deutschland und den Niederlanden.

Die Europäische Kommission hat bereits Vorschläge für neue Eigenmittel vorgelegt, darunter eine Abgabe auf nicht recycelte Kunststoffabfälle und eine Digitalabgabe. Macrons Vorstoß geht jedoch weit über diese Pläne hinaus und zielt auf eine umfassende Steuerreform auf EU-Ebene ab. Kritiker warnen vor einer übermäßigen Belastung der Wirtschaft und einer Einschränkung der nationalen Steuerhoheit. Befürworter hingegen sehen darin einen notwendigen Schritt zur Vertiefung der Europäischen Union.

Die Verhandlungen über das EU-Budget für die Jahre 2021-2027 waren bereits von Spannungen geprägt. Nun steht die Diskussion über den nächsten Finanzrahmen ab 2028 an, der noch umfangreicher sein soll. Macron hofft, mit seinem Vorschlag die Debatte zu beleben und die Weichen für eine stärkere fiskalische Integration zu stellen. Ob sich seine Idee durchsetzen lässt, bleibt jedoch ungewiss, da die Mitgliedstaaten unterschiedliche Interessen verfolgen.

Insgesamt zeigt Macrons Vorstoß, dass die Frage der EU-Finanzierung weiterhin kontrovers ist. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Mitgliedstaaten bereit sind, neue Steuern auf europäischer Ebene zu akzeptieren. Sollte dies gelingen, könnte dies einen bedeutenden Schritt in Richtung einer Fiskalunion darstellen. Andernfalls droht eine erneute Blockade der Haushaltsverhandlungen.

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