
In der Provinz Mardin im Südosten der Türkei haben zwei Familien nach einer fast zweieinhalbjährigen Fehde Frieden geschlossen. Die Feindseligkeit begann nach einem Vorfall im Stadtteil Kuyulu, bei dem eine Frau getötet und neun Menschen verletzt wurden. Seitdem führten die Familien Calışkan und Acar einen erbitterten Streit, der nun durch intensive Vermittlungsbemühungen beigelegt werden konnte. An dem Versöhnungsprozess waren lokale Autoritäten, Stammesführer und eine Friedenskommission beteiligt.
Die Versöhnungszeremonie fand im Stadtteil Kuyulu statt, ausgerichtet von der Familie Acar. Zu den Teilnehmern gehörten der Bezirksgouverneur von Artuklu, Muhammed Öztabak, der Provinzmufti Dr. Enver Türkmen, sowie zahlreiche Stammesführer und Vertreter zivilgesellschaftlicher Organisationen. Auch der Vorsitzende der MHP-Provinzorganisation Mardin, Ferhan Bozkuş, spielte eine Schlüsselrolle bei der Vermittlung. Er brachte die Ältesten beider Familien, Abdurrahman Acar und Necat Çalışkan, an einen Tisch.
Nach der Zeremonie versammelten sich rund 2.500 Menschen zu einem Friedensessen. Die Familien und Gäste beteten gemeinsam und äußerten den Wunsch nach einem dauerhaften Frieden. Die Vertreter der Familien, İbrahim Çalışkan und M. Ali Acar, umarmten sich vor der Menge und beendeten damit offiziell die Fehde. Es folgten Koranrezitationen und Gebete, bei denen die Anwesenden sich die Hände schüttelten.
Bezirksgouverneur Öztabak betonte, dass der Frieden nicht nur für die beiden Familien, sondern für die gesamte Gesellschaft ein wichtiger Gewinn sei. Er lobte das vorbildliche Verhalten der Familien und hoffte, dass dieser Schritt als Beispiel für die Lösung anderer Konflikte dienen werde. Er dankte allen, die zur Versöhnung beigetragen haben, und wünschte, dass die brüderliche Atmosphäre von Dauer sei.
Ferhan Bozkuş unterstrich die Bedeutung von Dialog und Versöhnung für den gesellschaftlichen Frieden. Er bezog sich auf die Vision einer „terrorfreien Türkei“ von MHP-Chef Devlet Bahçeli und erklärte, dass man notfalls von Tür zu Tür gehen werde, um Brüderlichkeit und Einheit zu vermitteln. Die Familien Acar und Çalışkan dankten dem Gouverneur und allen Beteiligten für ihre Unterstützung. Die Versöhnung wurde von den Anwesenden mit großer Zufriedenheit aufgenommen, und es wurde die Hoffnung geäußert, dass ähnliche Fehden künftig ebenfalls durch Dialog gelöst werden.
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