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Reisner: Ukraine greift alle paar Tage mit 600 Drohnen an

n-tv
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Oberst Markus Reisner, ein österreichischer Militärexperte, hat in einem Interview mit ntv.de die aktuelle Lage an der ukrainischen Front analysiert. Er betont, dass die ukrainische Luftkampagne deutlich an Fahrt gewonnen hat und die russischen Streitkräfte dies deutlich spüren. Laut Reisner kann Präsident Wladimir Putin diese Entwicklung nicht länger ignorieren. Die Ukraine setze zunehmend auf Drohnenangriffe, um den Druck auf die russischen Linien aufrechtzuerhalten. Diese Taktik habe sich als effektiv erwiesen, um russische Nachschubwege und Kommandoposten zu stören.

Reisner erklärte, dass die Ukraine alle paar Tage mit etwa 600 Drohnen angreift. Diese Angriffe zielen nicht nur auf militärische Einrichtungen, sondern auch auf die russische Logistik und Infrastruktur. Die russische Luftabwehr sei zwar stark, aber die schiere Anzahl der Drohnen überfordere sie oft. Dies zwinge die Russen dazu, ihre Ressourcen umzuverteilen und ihre Verteidigungsstrategien anzupassen. Die ukrainischen Drohnenangriffe hätten auch psychologische Auswirkungen auf die russischen Soldaten, die sich ständig bedroht fühlten.

Der Experte wies jedoch auch auf die Risiken dieser Strategie hin. Die Ukraine verbrauche dabei große Mengen an Drohnen, die teuer und schwer zu ersetzen seien. Zudem könne Russland seine Taktiken anpassen und wirksamere Gegenmaßnahmen entwickeln. Reisner betonte, dass der Krieg ein Wettlauf zwischen Angriff und Verteidigung sei. Die Ukraine müsse ständig neue Methoden finden, um die russische Abwehr zu überwinden, während Russland versuche, die Lücken zu schließen.

Ein weiterer wichtiger Punkt sei die Rolle der internationalen Unterstützung. Die Ukraine sei auf die Lieferung von Drohnen und anderen Waffen aus dem Westen angewiesen. Ohne diese Hilfe wäre die Luftkampagne nicht in diesem Umfang möglich. Reisner warnte jedoch, dass die westlichen Länder ihre eigenen Vorräte erschöpfen könnten, wenn sie nicht in die Produktion neuer Drohnen investieren. Er forderte eine langfristige Strategie, um die ukrainische Verteidigungsfähigkeit zu sichern.

Abschließend betonte Reisner, dass die ukrainische Drohnenoffensive sowohl Chancen als auch Risiken birgt. Sie könne den Kriegsverlauf zugunsten der Ukraine beeinflussen, aber auch zu einer Eskalation führen. Putin werde nicht tatenlos zusehen, sondern wahrscheinlich mit verstärkten Angriffen auf die ukrainische Infrastruktur reagieren. Der Ausgang dieses Wettlaufs werde maßgeblich darüber entscheiden, wie sich der Konflikt in den kommenden Monaten entwickelt.

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