Türkei: Verteidigungsexporte in einer Woche wie vor 20 Jahren im ganzen Jahr

Haluk Görgün, der Präsident der türkischen Verteidigungsindustrie (SSB), nahm an der Juni-Sitzung der Handelskammer von Bursa (BTSO) teil. In seiner Rede erinnerte er daran, dass die erste organisierte Industriezone der Türkei in Bursa gegründet wurde. Bursa ist heute mit 17 organisierten Industriezonen, über 96.000 aktiven Unternehmen und mehr als 800.000 Beschäftigten ein wichtiges Produktionszentrum der Türkei. Die Stadt unterstützt ihr Produktionsökosystem mit über 130 Forschungszentren, 31 Designzentren, zwei Technologieparks und drei Universitäten.
Görgün betonte, dass sich die Regeln der Sicherheitshierarchie in der aktuellen weltpolitischen Lage neu formieren. In dieser Zeit müssten diejenigen, die für Frieden und Stabilität eintreten, abschreckender sein als je zuvor. Er beobachtete, dass die Abschreckung in Konflikten nicht nur von der Anzahl der Plattformen und Munition abhängt, sondern auch von der Produktionskapazität, der Tiefe der Lieferkette, den Ingenieursfähigkeiten, dem Zugang zu kritischen Komponenten, der Geschwindigkeit der Lagerauffüllung und der finanziellen Nachhaltigkeit.
Der SSB-Präsident erklärte, dass die Türkei unter der Führung von Präsident Recep Tayyip Erdoğan eine beispiellose Transformation durchlaufe. Seit der Entscheidung des Verteidigungsindustriekomitees im Jahr 2004, alles Notwendige im Inland zu produzieren, habe die Türkei mit der Vision einer „vollständig unabhängigen Verteidigungsindustrie“ in den letzten 23 Jahren einen einzigartigen Wandel vollzogen. Diese Weitsicht habe der Türkei einen großen Vorteil verschafft, während andere Länder diese Vision erst jetzt erkennen.
Görgün hob hervor, dass die Türkei die Abhängigkeit vom Ausland überwunden habe und nun über 80 % ihrer Verteidigungsprodukte selbst herstelle. Die Produkte decken alle Bereiche ab – Land, See, Luft, Weltraum und Unterwasser – und werden in über 180 Länder exportiert. Er kündigte an, dass der NATO-Gipfel in der kommenden Woche in Ankara stattfinden werde und der NATO-Generalsekretär die Produktionskapazität der Türkei hervorheben werde. Derzeit arbeiten über 4.500 Unternehmen an mehr als 1.400 Projekten und beschäftigen über 100.000 Menschen.
Abschließend verglich Görgün die Exportzahlen: Im Jahr 2002 betrugen die Verteidigungsexporte 250 Millionen Dollar, während sie im vergangenen Jahr bei etwa 11 Milliarden Dollar lagen. „Die jährlichen Exporte von vor 20 Jahren erzielen wir jetzt in einer Woche“, sagte er. BTSO-Präsident İbrahim Burkay ergänzte, dass die Verteidigungsindustrie nicht nur ein militärischer Bereich sei, sondern auch die Produktionsfähigkeit und technologische Stärke eines Landes zeige. In einer Zeit intensiver Interessenkonflikte sei eine starke Verteidigungsindustrie entscheidend, um nationale Interessen kompromisslos zu verteidigen.
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