
Das türkische Innenministerium hat nach einer Reihe von Angriffen durch streunende Hunde Ermittlungen gegen mehrere Bürgermeister eingeleitet. In Köyceğiz in der Provinz Muğla wurde ein 11-jähriges Kind schwer verletzt, als es von einem Rudel streunender Hunde angegriffen wurde. In den letzten zwei Jahren wurden in dieser Region 37 Menschen nach Hundebissen medizinisch behandelt. Auch in Narman in der Provinz Erzurum wurde der 10-jährige Murat Tutar an mehreren Körperstellen verletzt. Die Behörden stellten fest, dass die Gemeinden ihren gesetzlichen Pflichten nicht nachgekommen sind.
Die Untersuchungen ergaben, dass das Tierheim der Gemeinde Köyceğiz hinsichtlich Kapazität und Betriebsgenehmigung unzureichend war. Die Sammlung streunender Tiere wurde nicht effektiv durchgeführt, und die tierärztlichen Dienstleistungen entsprachen nicht den gesetzlichen Vorschriften. Die Gemeinde Narman hatte es versäumt, streunende Hunde in ihrem Zuständigkeitsbereich über einen längeren Zeitraum einzufangen, was zu dem Angriff führte. Das Ministerium betonte, dass die Gemeinden für die Sicherheit der Bürger verantwortlich sind und ihre Pflichten erfüllen müssen.
Als Konsequenz wurde gegen den Bürgermeister von Köyceğiz, Ali Erdoğan, und den Bürgermeister von Narman, Aydemir Adem Kınalı, die Erlaubnis für ein Ermittlungsverfahren erteilt. In Hilvan in der Provinz Şanlıurfa wurde gegen Bürgermeister Serhan Paydaş eine Voruntersuchung eingeleitet, da die Gemeinde angeblich kein Tierheim gemäß dem Tierschutzgesetz Nr. 5199 eingerichtet und keine entsprechenden Mittel bereitgestellt hatte.
Das Innenministerium erklärte, dass die Arbeiten zum Schutz der öffentlichen Sicherheit und zur Sicherstellung der Erfüllung der Pflichten durch öffentliche Bedienstete mit größter Sorgfalt fortgesetzt werden. Die Vorfälle haben eine landesweite Debatte über die Verantwortung der Kommunen im Umgang mit streunenden Tieren ausgelöst. Viele Bürger fordern strengere Maßnahmen und eine bessere Umsetzung der bestehenden Gesetze.
Die Ermittlungen gegen die Bürgermeister könnten zu Disziplinarstrafen oder strafrechtlichen Konsequenzen führen, falls sich die Vorwürfe bestätigen. Das Ministerium betonte, dass die Sicherheit der Bürger oberste Priorität habe und dass Gemeinden, die ihre Pflichten vernachlässigen, zur Rechenschaft gezogen werden. Die Fälle werden genau beobachtet, und es wird erwartet, dass weitere Maßnahmen folgen, um ähnliche Vorfälle in Zukunft zu verhindern.
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