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Kann ein drittes Kind den Geburtenrückgang in Bhutan umkehren?

The Phnom Penh Post (Biz)
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Bhutan erlebt einen dramatischen Rückgang der Geburtenrate. Während vor einer Generation große Familien die Norm waren, ist die durchschnittliche Familiengröße heute stark geschrumpft. Die Regierung hat das Third Child Plus Programme (TCPP) eingeführt, das monatlich 10.000 Ngultrum (etwa 110 Euro) für das dritte und jedes weitere Kind zahlt, bis das Kind drei Jahre alt ist. Dies ist der bislang direkteste Versuch, den demografischen Wandel aufzuhalten, der sich seit Jahrzehnten abzeichnet. Ob finanzielle Unterstützung allein einen tief verwurzelten sozialen Trend umkehren kann, ist jedoch fraglich.

Bhutan hat einen der schnellsten Fruchtbarkeitsrückgänge in Südasien erlebt. Die Gesamtfruchtbarkeitsrate (TFR) sank von 5,6 Kindern pro Frau im Jahr 1994 auf 2,5 im Jahr 2005 und weiter auf 1,7 im Jahr 2017. Die registrierten Geburten gingen von 11.001 im Jahr 2015 auf nur 7.230 im Jahr 2025 zurück. Die langfristigen Folgen sind ernst: Der Anteil der über 65-Jährigen wird von 5,9 Prozent im Jahr 2017 auf 13,4 Prozent im Jahr 2047 steigen. Eine schrumpfende Erwerbsbevölkerung, die eine wachsende ältere Bevölkerung unterstützt, ist eine Belastung, die Bhutan nur schwer bewältigen kann.

Derzeit haben 62.271 Frauen im Alter zwischen 25 und 45 Jahren bereits zwei oder mehr Kinder – eine Kohorte, die sich entweder in den letzten Jahren ihrer reproduktiven Lebensphase befindet oder sich diesen nähert. Ohne gezielte Maßnahmen, warnen Beamte, wird eine beträchtliche Anzahl potenzieller dritter und weiterer Geburten einfach nicht stattfinden. Das TCPP zielt darauf ab, diese Lücke zu schließen, aber die ersten Reaktionen zeigen, dass das Geld allein nicht ausreicht.

Mütter wie Thandri Sunwar, eine 35-jährige Gemüsehändlerin, die ihr drittes Kind zur Welt brachte, begrüßen die Unterstützung, weisen aber auf die Grenzen hin. Sie sagt, dass ein Großteil der 10.000 Ngultrum wahrscheinlich für die Rückzahlung von Krediten und die Deckung der laufenden Haushaltskosten verwendet wird, anstatt für die Pflege ihres Neugeborenen. Ein Beamter mit vier Kindern, Phurba, betont, dass selbst Grundbedürfnisse wie Windeln teuer sind und die monatliche Zahlung schnell aufgebraucht ist. Die Mütter fordern flexiblere Arbeitszeiten, längeren Mutterschaftsurlaub und erschwingliche Kinderbetreuung.

Die Regierung erkennt an, dass Bargeldanreize allein den Trend nicht umkehren werden. Das TCPP wurde mit dieser Einschränkung entwickelt und sieht ergänzende Maßnahmen vor. Die Königliche Zivildienstkommission prüft Elternzeit, flexible Arbeitszeiten und längeren Vaterschaftsurlaub. Die Nationale Kommission für Frauen und Kinder soll Kinderkrippen einrichten. Dennoch bleibt die Frage, ob diese Maßnahmen ausreichen, um den demografischen Wandel in Bhutan zu stoppen.

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