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Appell an Landwirte: Stoppelfelder nicht anzünden

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Der Vizerektor der Universität Thrakien, Prof. Dr. Mustafa Tan, betonte, dass Stoppelfeuer jedes Jahr im Sommer wieder auf die Tagesordnung kommen und es wichtig sei, das Bewusstsein in der Bevölkerung zu schärfen. Einige Landwirte zünden Stoppelfelder an, um Unkraut, Schädlinge und Krankheiten zu bekämpfen oder die Bodenbearbeitung zu erleichtern. Tan erklärte, dass der vermeintliche Nutzen im Vergleich zu den verursachten Schäden sehr gering sei.

Während des Abbrennens erreicht die Temperatur an der Bodenoberfläche etwa 750 Grad Celsius, in den ersten Zentimetern des Bodens etwa 250 Grad. Diese Temperaturen lassen nützlichen Mikroorganismen, Würmern und anderen Lebewesen im Boden keine Überlebenschance. Mit dem Verlust der lebendigen Bodenstruktur sinkt auch die Fruchtbarkeit erheblich.

Organische Substanz im Boden ist für die landwirtschaftliche Produktion von entscheidender Bedeutung. Sie erhöht die Wasserspeicherfähigkeit, erleichtert die Nährstoffaufnahme der Pflanzen und verbessert die Bodenbearbeitung. Durch das Abbrennen von Stoppelfeldern wird diese Struktur vollständig zerstört. Tan empfiehlt, die Ernterückstände zu zerkleinern und wieder in den Boden einzubringen.

In den landwirtschaftlichen Flächen Thrakiens liegt der Gehalt an organischer Substanz auf kritischem Niveau. Während idealer Boden etwa 5 Prozent organische Substanz enthalten sollte, liegt dieser Wert in der Region meist unter 2 Prozent. Der Mangel an organischer Substanz erschwert auch die Bekämpfung von Dürre. In entwickelten Ländern werden Ernterückstände mit modernen landwirtschaftlichen Geräten in den Boden eingearbeitet, und ähnliche Praktiken sollten auch in der Türkei verbreitet werden.

Brände entstehen nicht nur durch absichtliches Abbrennen von Stoppelfeldern. Auch weggeworfene Zigarettenkippen, nicht gelöschte Grillfeuer und weggeworfene Glasflaschen können große Brände verursachen. Kleine Nachlässigkeiten können zu schweren Verlusten in landwirtschaftlichen Flächen und Wäldern führen. Tan wies darauf hin, dass das Abbrennen von Stoppelfeldern gesetzlich verboten ist und mit Geld- oder sogar Haftstrafen geahndet werden kann.

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