
Der Artikel erzählt die persönliche Geschichte einer jungen Vietnamesin, die durch das Restaurant CCCP in Saigon die sowjetische Küche ihres Vaters wiederentdeckt. Der Vater studierte von 1974 bis 1979 in Moskau und lernte dort Gerichte wie Roggenbrot mit Butter und Kaviar, Salo und Kotelett kennen. Die Autorin beschreibt, wie diese Speisen für sie zunächst keine nationale Identität hatten, sondern einfach das Frühstück ihres Vaters waren. Erst später erkannte sie den sowjetischen Ursprung und begann, im CCCP-Restaurant diese Aromen zu genießen.
Das Restaurant CCCP in Saigon ist bekannt für seine sowjetische Einrichtung mit Holztischen, karierten Vorhängen und Nistpuppen. Es bietet eine rustikale Atmosphäre, die an das Zuhause einer Großmutter in einem ehemaligen Sowjetstaat erinnert. Die Autorin und ihr Vater essen dort regelmäßig und tauchen in Erinnerungen an seine Studienzeit ein. Der Vater betont, dass er das reichhaltige, fettige Essen in der Mensa sehr schätzte, da es in Vietnam damals an Nahrung mangelte.
Die Speisekarte von CCCP ist umfangreich und beginnt traditionell mit Roggenbrot, Senf, Butter, Knoblauch, Salo und Dill. Die Autorin empfiehlt, diese Zutaten in einer bestimmten Reihenfolge zu einem Bissen zu kombinieren. Weitere Highlights sind der gemischte Salzfischteller mit Rote-Bete-Lachs und geräucherter Makrele sowie der saftige Lamm- und Schweinefleisch-Spieß, der 45 Minuten Zubereitungszeit erfordert.
Der Vater hat keine sentimentale Bindung an das Restaurant, während die Autorin eine emotionale Verbindung entwickelt hat. Sie schmeckt in den Gerichten ihre Kindheit und die Jugend ihres Vaters und erbt seine sowjetischen Essgewohnheiten. Diese Nostalgie ist für sie eine imaginierte Sehnsucht nach etwas, das sie kaum kennt.
Das Restaurant wird von Nguyễn Duy Thành geleitet, der die sowjetische Nostalgie nach Saigon brachte. Die Autorin reflektiert über die kulturelle Bedeutung dieser Küche für die vietnamesische Diaspora und wie sie Generationen verbindet. Der Artikel endet mit der Erkenntnis, dass Essen nicht nur nährt, sondern auch Erinnerungen und Identität bewahrt.
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